Minimalismus – Mehr als nur ein Trend?

Minimalismus heißt: Sich vom Offensichtlichen trennen, damit das Sinnvolle sich entfalten kann. 

Trendbewegungen gibt es ja viele. Von wie Arschgeweih bis wie Zimtschnecken. Einige von denen machen eher weniger Sinn, andere machen durchaus Sinn. Minimalismus ist definitiv auch eine Trendbewegung, aber ich würde sie durchaus zu den sinnvollen Trends zählen. Jeder der es einmal ausprobiert hat wird bestätigen können, dass die eigene Persönlichkeit am Ausmisten wachsen kann.

Für jeden bedeutet Minimalismus etwas anderes. Dem einen bereitet das pure Ausmisten Freude, der andere hat Spaß am Teilen und wieder andere brauchen einfach weniger Materielle Dinge zum Leben als der Durchschnitt. Und natürlich gibt es auch diejenigen die das Ganze für Humbuk halten weil gewisse Materielle Dinge zu einem gesellschaftlichem Standart dazu gehören. Auf der anderen Seite stehen die Hardcore-Minimalisten, die höchstens 100 Dinge besitzen (wollen).

Ich möchte da für mich persönlich einen guten Mittelweg finden. In mir steckte wahrscheinlich schon ein kleiner Minimalist, als ich das Wort noch gar nicht kannte. Als ich mich nach der Zeit in einer WG für die eigene Wohnung entschied, war es fast schon selbstverständlich, dass meine 20 qm große Wohnung keine eigene Waschmaschine und Ofen besitzt. Solche Dinge kann man problemlos teilen, spart hohe Anschaffungskosten und natürlich spart man auch einiges an Platz. Neulich habe ich dann ein wenig umgeräumt, damit der kleine Wohnraum etwas offener wirkt, habe in einer Nacht und Nebelaktion mein großes Bücherregal geleert, alle Bücher verkauft und das Regal entsorgt. An dieser Stelle stehen jetzt Pflanzen und nur noch ein kleines Regal mit Unikram. Als nächstes wurde der Kleiderschrank ausgemistet. Alles, was ich lang genug nicht mehr getragen habe kam in die Altkleidersammlung oder wurde mit gutem Gewissen verschenkt. Das nächste Projekt zum Thema Ausmisten wird etwas langfristiger: Das Badezimmer. Alles, was noch vorhanden ist soll erst einmal aufgebraucht werden und dann Schritt für Schritt durch verpackungsfreie Alternativen ersetzt werden. Der Umwelt zuliebe. In der Dusche ist dieser Schritt schon geschafft: Hier findet man lediglich ein festes Stück Haarseife und ein Stück Shampoo und ein Haarpflegeprodukt. Alles andere im Badezimmer benötigt noch etwas Zeit. Ähnliches gilt auch für die Küche: Wer hier auf Plastikmüll verzichtet, tut nicht nur sich selber etwas Gutes, sondern auch der Umwelt. Diesen Teil finde ich persönlich mit am schwersten. Ich könnte dieses Thema noch stundenlang ausweiten, denn auch auf das Gebiet der Ernährung kann man den Minimalismus ausweiten. Einfach mal auf die Billigmilch oder das Billigfleisch verzichten. Reflektieren, welche Lebensmittel gut für Mich, die Tiere und die Umwelt (Wasserverbrauch etc)  sind.  Und natürlich gilt der Minimalismus auch für den sozialen Bereich: Leute „ausmisten“ die einem selber nicht gut tun. Soziale Pflichtveranstaltungen nicht wahrnehmen.

Und so weiter, und so fort 🙂 Ich denke, es wird bald ein 2. Teil zum Thema Minimalismus kommen. Vielleicht einzelne Themengebiete vertiefen? Was würdet ihr gerne lesen? Was sind eure Erfahrungen damit?

Sportliche Grüße, Anna

Kleiner Nachtrag: Ich selber würde mich NICHT als Minimalist bezeichnen, da ich immer noch ein Haufen Zeug habe auf das ich (noch) nicht verzichten möchte. Aber einfach mal zu reflektieren, welche Dinge man wirklich braucht oder was einem Freude bringt, kann schon viel bewirken und wenn man es als Ballast abwirft kann es schon ein Stück befreiend sein.

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Ein 21-stündiger Ausflug in die Berge

Während es zu Ostern an der Ostsee bis zu 35cm Neuschnee gab, hatten wir in Garmisch-Patenkirchen sommerlich blauen Himmel und 15 Grad Außentemperatur . Alles richtig gemacht so zu sagen.

Jedem dem ich vor unserer Tagesreise erzählt habe, dass wir extra für eine Wanderung eine 6 stündige Autofahrt in Kauf nehmen (hin und zurück also ca. 12h fahren), der hat mir erst einmal erzählt, dass wir doch nicht mehr alle Tassen im Schrank haben können.

Was macht ihr wenn ihr im Stau steht? Was, wenn das Wetter nicht mitspielt und ihr Stunden im Regen oder Schnee lauft? Was, wenn die Wanderung doof ist und die Fahrt sich nicht lohnt? Was ist denn mit den Spritkosten? Müsst ihr am nächsten Morgen nicht arbeiten? (Doch) Reicht euch denn das schöne Mitteldeutschland nicht mehr? (Nein)

Ganz ehrlich: Ich habe nur mimimi gehört, denn manchmal sollte man wirklich einfach etwas machen, anstatt ewig lang eine Pro- und Contraliste zu schreiben. Abenteuer entstehen schließlich nicht von alleine. Man muss sich schon mal etwas trauen.

Der Ostermontag startete für uns um 03:55 Uhr. Anziehen, Zähne putzen, los geht’s. Anstatt direkt auf die  Autobahn durch du düsen, haben wir noch 2 Freunde aus anderen Ortschaften abgeholt, bis das Auto mit 5 Personen rappelvoll war. Wir sind der Sonne entgegen gefahren, das Wetter wurde immer schöner und mit 5 Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen gab es auch immer etwas zu erzählen. Von der gefühlt 2-stündigen Pro/Contra-Diskussion über das Thema Walking fang ich besser nicht an zu erzählen….

In Garmisch angekommen, starteten wir voller Vorfreude in Richtung Eckbauer. Wir folgten dem ersten Schild und Wege die nach oben führen, führen eh meistens in die richtige Richtung.  Der Weg führte uns über große Wiesen, Wälder, Schneefelder und manchmal auch ziemlich steil bergauf. Im Nachhinein kann ich wirklich sagen, dass diese Tour eine wunderschöne Panoramatour ist. Fast durchgängig konnten wir die Alpspitze, Teile der Zugspitze und die Umliegenden Berge bestaunen. In diesen Momenten habe ich Blut geleckt und für mich festgelegt: Davon willst du dieses Jahr mehr sehen. Das soll nur der Anfang gewesen sein.

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Mit leichtem Sonnenbrand erreichten wir die Eckbauer Alm. Wer konnte denn auch ahnen, dass die Sonne zu dieser Jahreszeit schon so intensiv ist? 😉 Zur Belohnung gab es natürlich, wie sich das gehört, ein kühles Bier. Und die restlichen Ostereier.

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Nach der kleinen Erholungspause ging es bergab Richtung Partnachklamm. Diese Touristenattraktion wollten wir uns nicht entgehen lassen, doch leider war diese aus Sicherheitsgründen noch geschlossen. So gingen wir eine kleinen Umweg und entdeckten dadurch schöne Waldwege und eine eiserne Brücke, von der wir die Klamm zumindest von oben bestaunen konnten. Durch die restlichen Eiszapfen hatte dieser Ausblick etwas magisches. Doch magisch ist nicht genug, für meinen Adrenalinkick  habe ich für ein paar Minuten die Beine über dem Geländer in die Tiefe baumeln lassen. Das war wohl ein typischer ‚Die-Mama-bekommt-nen-Herzinfarkt-Moment‘. Aber wie immer alles gut ausgegangen.

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Auf dem Rückweg zum Auto haben wir uns noch die Olympia Ski-Schanze angeschaut. Wahnsinn, wie groß das ist wenn man davor steht und sich vorstellt, dass da jemand runter fährt.

Und so ging es nach dieser sehr aussichtsreichen Wanderung zurück ins Auto, (fast) staufrei zurück nach Hause.

Ich freu mich schon auf’s nächste Mal!

Anna

Pläne schmieden

Zu Träumen ist auch eine Art des Planens.  – Gloria Steinem

Wenn man einen Artikel übers Pläne schmieden schreiben möchte und dann eine Schreibblockade bekommt weil man irgendwie keinen Plan hat… Das kann nur die Ironie des Schicksals sein, oder?

Aber jetzt mal ernsthaft ( ich hoffe mit diesen Zeilen ist die Schreibblockade besiegt), wer kennt das nicht, wenn man sich Gedanken über die Zukunft macht und dabei in Gedanken abdriftet wie schön das doch alles werden könnte. Und dabei liegt es in den eigenen Händen, wie schön es letztendlich wird.

Urlaubspläne. Wochenendpläne. Dienstpläne. Studienpläne. Plötzlich sehe ich nur noch Pläne. Pläne überall und in jeder Lebenslage. Dabei ist doch das entscheidende, was außerhalb der Pläne passiert. Vielleicht sollte man wirklich einfach mal weniger planen und stattdessen einfach drauf los leben? Aber ich glaube ehrlich gesagt, dass das eine Ideologie ist. Sobald man irgendetwas macht und weiß wie man es machen möchte, entsteht doch schon ein Plan, oder?

Wie seht ihr das? Lieber den ganzen Tag durchplanen, bis man jeden Tag des Jahres (oder des Jahrhunderts 😉 ) durchgetaktet hat, oder doch lieber mal planlos leben? Oder noch viel entscheidender: Wie findet man einen guten Mittelweg?

Irgendeiner von euch hat doch sicher einen Plan davon!

Durchgeplante Grüße,

Anna

Einmal Abenteuer zum Mitnehmen, bitte.

Philosophische Frage zum Montag: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen wandern und spazieren?  Ist eine sanfte Wanderung auch bloß ein Spaziergang? Und wenn ja, warum ist spazieren dann nicht so cool wie das so beliebte wandern? Wer Antworten parat hat, der soll sich doch bitte melden. 😉

Zu diesen Fragen bin ich vergangenes Wochenende gekommen. Ich war mit zwei Freunden in der sächsischen Schweiz unterwegs. Genauer gesagt an der Bastei und in den Schwedenlöchern. Die Aussichten, die wir anschauen konnten waren (wie immer in der sächsischen Schweiz) genial. Geniale Ausblicke, geniale Felsformationen, geniale Basteibrücke und eine geniale Zeit mit zwei guten Freunden. Das alles ist sehr viel wert und wunderschön, doch irgendwie hat mir dieses mal das  Abenteuer gefehlt.

Wir sind mit dem Auto zum Basteiparkplatz gefahren, welcher ziemlich nah an unserem Endziel gelegen ist. Nach gefühlten 3 Minuten Fußweg erreichten wir schon die sehr touristischen Aussichtsplattformen. Natürlich haben wir die Aussichten genossen und auch ein paar Fotos gemacht. Aber dieses Mal konnte sich nicht dieses stolze Gefühl breit machen, sich diese Aussicht erarbeitet zu haben. Kein Fußmarsch über Stock und Stein, keine steilen Steigungen, keine Kletterstiege. Kein „Wow, das haben wir alles geschafft?!“. Es kam mir viel mehr vor wie eine unterhaltsame Autofahrt mit anschließendem kurzem Waldluftschnuppern inklusive Fotoshooting. Klar, auch ich erfreue mich in Nachhinein an schönen Fotos von der Natur, von meinen Freunden und von mir. Aber wenn die Bilder wichtiger sind als das eigentliche Erlebnis, dann fühlt sich das irgendwie nicht richtig an. Mir hat da wahrscheinlich der sportlich-erlebnisreiche Teil gefehlt. So kam an manchen stellen der innere Kletteraffe heraus der auf einen Baum klettern musste, das Geländer am Abgrund ignoriert hat und neue Wege abseits der Gehwege (dafür schön nah zwischen Klippe und Fels) gefunden hat. 🙂

Deshalb gilt fürs nächste Mal: Einmal Abenteuer zum Mitnehmen, Bitte!

Aber sehen wir es positiv. Es war ein sehr schöner Spaziergang.

Anna

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Amsterdam im frostigen Winter

Hört man auf die Ratschläge von sämtlichen Reiseführern, so tritt man eine Reise nach Amsterdam am Besten im Frühling oder im Sommer an. Denn Holland ist DAS Land der Tulpen. Tulpen haben wir Anfang März bei minus 12 Grad Celsius keine gesehen, dafür aber einige andere schöne Dinge.

Unsere kleine Reise begann am Donnerstag. Von Berlin ging es mit dem Flugzeug direkt nach Amsterdam. Dort angekommen war es erst einmal gar nicht so leicht, den Weg zur Unterkunft zu finden. Denn neben den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Straßenbahn und Zug, gibt es in Amsterdam zusätzlich die Metro, den Sprinter und S-Bahnen. Um es uns touristenmäßig schön einfach zu machen, haben wir uns ein Wochenendticket gekauft, welches für alle öffentlichen Verkehrsmittel gültig ist. Oder besser gesagt: Gültig sein sollte. Aber dazu später mehr. Nachdem wir unser Gepäck in unserem Hotel abgestellt haben, verbrachten wir den restlichen Abend in der Innenstadt in einem urigen, kleinen Pub. Dort konnten wir den Abend bei einem Bier gemütlich ausklingen lassen. 20180301_190549Freitag Morgen begann unser Touristen-Kram-Marathon. Wir frühstückten im Hotel und sind dann direkt in die Innenstadt gefahren, um die Grachten zu entdecken. Diese waren zum Großteil noch zugefroren, so dass auch einige Leute darauf Schlittschuh gelaufen sind. Uns war das jedoch zu heikel, da das Eis noch sehr dünn und löchrig aussah.

Bei einem Milchkaffee (kafee verkeert) haben wir uns aufgewärmt und sind dann weiter gezogen, um uns einige Museen anzuschauen. Schließlich sind wir keine Kulturbanausen …  Wir starteten mit dem Erotik Museum im berühmten Rotlichtviertel. Dieses Museum war für 5€ Eintritt sehr erschwinglich und kulturell auch äußerst aufschlussreich. 😉 Wir gingen weiter zum Hash Museum. Von dort aus führte uns unser Weg zum Anne Frank Haus. Das haben wir uns zumindest von außen angeschaut. Man muss es ja auch nicht gleich übertreiben mit der Kultur. Weil es wirklich sehr, sehr kalt an diesem Wochenende war, haben wir sicher mehr Geld für Kaffee und Snacks in den zahlreichen kleinen Cafe`s ausgegeben, als für irgendetwas anderes. Dabei haben wir mehr als nur einmal einen Zuckerschock erlebt, denn die deftigen Waffeln, Kuchen und Kekse sehen nicht nur süß aus, sondern schmecken auch so. 20180302_115625Den restlichen Freitag haben wir damit verbracht, eine von 5 Eisbahnen zu suchen. Gefunden haben wir keine davon, beziehungsweise hat sich heraus gestellt, dass im März alle Eisbahnen schon geschlossen sind. Durch unsere Suche konnten wir aber Amsterdam wunderbar zu Fuß erkunden.

Samstag Morgen stand unser Highlight auf dem Programm. Ein amerikanisches (oder wahlweise englisches) Frühstück im Hard-Rock-Cafe mit anschließender Bootstour durch die verschlängelten Grachten. Diese Tour war interessant und gehört wahrscheinlich zu so einem Touristenausflug einfach dazu. Der Kapitän hat unter anderem erzählt, dass die Flüsse so sauber sind weil das Wasser regelmäßig gewechselt wird. Ich fand allerdings, dass die Flüsse alles andere als sauber aussahen. Wo man auch hingeschaut hat, lagen Müll und Fahrradüberbleibsel. Wahrscheinlich sieht das in der Hauptsaison aber auch ganz anders aus.

Um wenigstens ein bisschen Sport zu machen, sind wir Samstag Nachmittag in die Boulderhalle gefahren. Die Bewegung tat gut und hat uns Energie für den letzten Tag gegeben. An diesem haben wir uns den größten Blumenmarkt Europas angeschaut. Ich habe mich echt gefragt wie die Tulpen bei diesen Temperaturen überleben können. Bis ich gemerkt habe, dass das alles Kunstblumen sind. Mann kann sich ja auch mal täuschen lassen :).

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Durchgefroren, aber glücklich, sind wir also unseren Heimweg angetreten. Zum Glück haben wir ja am Anfang des Wochenendes so ein Ticket gekauft, mit welchem wir alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen konnten. Wir haben uns also eine Strecke mit Bahn und Sprinter zum Flughafen herausgesucht. Hier ist es ähnlich wie am Flughafen, dass man vor Eintritt zur Station einchecken muss. Dummerweise hat das nicht geklappt, weil das Ticket anscheinend ungültig war. Da wir uns zu diesem Zeitpunkt noch sicher waren, dass es sicher ein Fehler vom Check-In Automat ist und nicht ein Fehler unserer Karte, haben wir unsere Tasche promt unter der Tür durch geschoben und uns selber gleich hinterher. Natürlich ging  die Alarmanlage an, aber egal. Wir waren ja jetzt „eingecheckt“. Nach kurzer Überlegung war das vielleicht doch keine so gute Idee, da wir uns ja am Flughafen wahrscheinlich hätten genauso auffällig durchschmuggeln müssen. Was bei den Security Leuten dort vielleicht nicht so angebracht gewesen wäre. Also sind wir den Weg wieder zurück, haben beschlossen, dass busfahren die bessere Alternative ist. Im Bus konnten wir wieder nicht einchecken. Die Busfahrerin erklärte uns lachend: Es gibt für jedes Verkehrsmittel verschiedene Tickets, da alle einem anderen Unternehmen entspringen. Also nichts mit ‚ein Ticket für alles‘. Da haben wir etwas für den nächsten Amsterdam-Ausflug dazu gelernt.

Nach vier kalten, aber sehr schönen Tagen, ging es mit dem Flieger wieder zurück nach Deutschland.

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Süchtig nach schönen Aussichten

Ich gebe es hiermit offiziell zu: Ich bin ein Junki. Hauptsächlich süchtig nach Kaffee. Und Schokolade. Ok und Pommes. Aber eigentlich wollte ich auf die vor Kurzem bei mir diagnostizierte Sucht nach dem Blick in die Ferne hinaus. Der Rausch und das darauf folgende High dieser Sucht  kann bedeutend durch blauen Himmel und schöne Natur gesteigert werden.

Das Gute an dieser (zum Glück harmlosen) Sucht: Sie ist ansteckend höchsten Grades. So hat mich letzte Woche eine Freundin gefragt, wann wir denn mal einen Ausflug machen wollen. Sie wollte mal raus aus der Stadt, weg vom Großstadtlärm. Und da ich das ja öfter mal mache, war ich da die richtige Ansprechpartnerin. So ging es für uns am Sonntag auf die Festung Königstein in der Nähe von Pirna. Der „Aufstieg“ zur Festung war zwar anfangs sehr steil, aber doch sehr leicht zu gehen. Zu leicht für uns. Fast schon langweilig. Deshalb haben wir uns eine Höhle abseits des Weges gesucht und diese erklommen. Wie steil der Weg zu dieser Höhle war ist uns erst bewusst geworden, als wir den Rückweg angetreten haben. Denn durch das ganze Laub und die restliche Winterglätte wurde das Ganze zu einer sehr rutschigen Angelegenheit. Wir sahen sicher aus wie eine Mischung aus rennenden Pinguinen und Profi-Surfern.

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Auf der Festung angekommen musste dann erstmal die Sucht gestillt werden. Kaffee und Schoki gab es dieses Mal nicht, dafür einen wunderschönen Ausblick auf die Sächsische Schweiz, blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Da haben auch die minus 6 Grad nicht mehr gestört. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es zügig wieder bergab und dann weiter Richtung Heimat.

Die Sucht nach schönen Ausblicken wurde also fürs Erste wieder beruhigt. Mal schauen, wie lange es dieses Mal dauert, bis ich das nächste High brauche 🙂

Anna

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Über blutende Füße und schlechte Planung

Der Himmel war grau, die Luft  kalt und der Boden gefroren. Nicht so die optimalen Bedingungen für einen Trip ins Winterwunderland. Aber es gibt ja zum Glück kein schlechtes Wetter, also auch keine schlechte Laune.

Unser Tagesausflug nach Bad Harzburg begann im Salzlandkreis bei einer Tasse Kaffee und einer schnellen Routenplanung via Google-Maps, da wir noch gar nicht so genau wussten, wo die Reise eigentlich hin gehen sollte. Über kurz oder lang wurde dann die Entscheidung für Bad Harburg getroffen. Das Navi wird schon wissen, wo wir lang müssen und dort wird es ja sicher ausgeschilderte Wanderwege geben. Der Weg führte uns weiter durch Wettin und über die Fähre, auf der wir wie immer die einzigen Passagiere waren. Im schönen Bad Harzburg angekommen gab es dann erstmal ein zweites Frühstück, natürlich ganz gesund mit Muffins, Keksen und Kaffee. Schnurstraks haben wir den Wanderweg angesteuert, schließlich haben wir uns schon auf eine schöne Aussicht gefreut. Schnell mussten wir uns zwischen 2 Wegen entscheiden: Dem anspruchsvollen mit 25 Grad Neigung und dem anderen Weg, der sicher langweilig gewesen wäre. Noch vor dieser Gabelung (ihr wisst ja sicher welchen Weg wir genommen haben) habe ich schon eine kleine Rutschpartie bergab hingelegt. Zu schade, dass das nicht gefilmt wurde. Der Weg zum Berg führte uns über den Baumwipfelpfad. Von hier aus hat man eine sehr schöne Aussicht und die Lernstationen sind für Kinder sehr zu empfehlen. Bergauf war dann immer noch spannend, rutschig und glatt, aber alles noch im machbaren Rahmen. Oben angekommen wurden wir mit einer sehr schönen Aussicht auf das weitläufige Kurgebiet belohnt. So langsam meldeten sich schon meine Füße, denn meine Schuhe sahen zwar aus wie Wanderschuhe, waren aber nur Modeschuhe und für solche Trips anscheinend nicht geeignet. Meinem Kumpel taten wohl schon leicht die Knie weh, also sind wir wie 2 Invaliden nach einer weiteren Kaffeepause weiter Richtung Luchsgehege gelaufen…und gelaufen…und gelaufen….und gelaufen. Es wurde langsam dämmrig, die Luft eisiger und der Wald einsamer. Doch das Luchsgehege haben wir nie gefunden. Stattdessen beschlossen wir, für den Rückweg besser den leichten Weg zu nehmen, denn Bergab schlittern macht sich sicher nicht so gut. Das erste Schild, das uns den Rückweg zeigte, sagte uns, dass es bis zum Ziel noch 4 Kilometer wären. Super,  da wären wir ja gleich am Auto und gar  nicht so spät zu Hause! Das nächste Schild sagte dann, dass wir noch 4 Kilometer bis zum Ziel bräuchten. Und auch auf dem dritten Schild waren die magischen 4 Kilometer abgebildet. Mittlerweile war ich mir sicher, dass sich unter meinen Füßen in meinen schlechten Schuhen eine überdimensionale Blase gebildet hatte. Es waren sehr lange 4 Kilometer, aber auch sehr schöne 4 Kilometer, denn wir hatten den ganzen Weg über eine tolle Aussicht. Am unteren Ende des Berges angekommen begegneten wir einer netten, alten Dame, mit der wir uns kurz unterhalten konnten.  Sie hatte einen Hund dabei- der war zwar äußerst fett aber wirklich süß. Wie auch immer. Als wir der Dame erklärten wo wir hin wollen und warum denn der Weg so lang wäre, verzog sie kurz das Gesicht und mir war klar: Wir waren am falschen Ende des Berges angelangt. Kurz erläuterte sie dass Samstags natürlich auch keine Busse fahren und wir entweder den ganzen Weg zurück laufen könnten, oder einmal quer durch die Stadt zum Parkplatz. Wir entschieden uns für den Weg durch die Stadt. Dies war der Zeitpunkt, um Google Maps erneut um Hilfe zu bitten, denn noch einmal verlaufen musste wirklich nicht sein. Eine weiter halbe Stunde später (nach insgesamt 18 Kilometern zu Fuß) sind wir endlich erschöpft, aber glücklich am Auto angekommen.

Zu Hause habe ich dann erst einmal meine Schuhe weggeschmissen und meine Füße verarztet. Trotz allem war es natürlich ein sehr schöner Ausflug und ich würde es ganz genauso, mit ungenauer Planung und unpassendem Schuhwerk wiederholen wollen. Denn auch das war es die Erfahrung mehr als Wert.

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Schönes Mitteldeutschland

Mein erster Blogartikel und ich stürze mich einfach mal direkt ins Thema.

Da du hier auf einem Abenteuer-/Erlebnis/-Outdoorblog gelandet bist, liest du auch gerade einen solchen Artikel. Ich liebe es mit Freunden die schönsten Naturlandschaften in Deutschland zu entdecken. Einen Tag raus aus dem Alltag, rein in die Wälder. Rauf auf die Berge. Frische Luft um die Nase wehen lassen. Das ist nicht nur gut für die Seele, sondern auch für den Körper, denn Bewegung tut bekanntermaßen gut.  Kaffee trinken  mit Freunden kann ja jeder, ich nehme mir den Coffee-to-go lieber mit ins Auto, mach das Radio an und fahr (allermeistens) der Sonne entgegen. Wenn mir dann noch ein guter Freund nebenbei die Neuigkeiten aus seinem Leben erzählen kann… Was gibt es schöneres?

In den letzten Monaten bin ich schon ein wenig rum gekommen, aber das soll nur der Anfang gewesen sein. Denn ich habe Blut geleckt. Letztes Wochenende war ich mit einem guten Freund spontan in Bad Harzburg. Sollte eine kleine Wanderrunde werden, damit wir mal an die frische Luft kommen und schicke Fotos machen können. Aber was muss natürlich passieren wenn man die Planung nicht selbst übernimmt? Richtig, man verläuft sich. Aber dazu wird es noch einen separaten Beitrag geben. Wenige Wochen zuvor waren wir in Blankenburg, ebenfalls im Südharz. Dort hatten wir wunderbares Winterwetter mit Sonnenschein und Neuschnee. Da freut sich das Wanderherz. Über die Weihnachtszeit gab es dann eine Reisepause. Vorher, irgendwann im Herbst 2017, wurde das Kyffhäuserdenkmal in Angriff genommen. Oben angekommen herrliche Aussicht, aber der Aufstieg eher langweilig. Und natürlich nicht zu vergessen: Wandern und klettern in der sächsichen Schweiz. Bisher immer unvergleichlich schön gewesen, wird es sicher bald nochmal ein Ziel sein. An nicht-deutschland-Erlebnissen durfte ich mir letztes Jahr Prag und Lissabon + Umgebung anschauen.

Das soll nur ein kleiner Einblick gewesen sein um Dir zu zeigen, was Dich auf diesem Blog erwartet. Wenn es Dir gefallen hat, dann lies doch noch ein bisschen, oder schreib einen Kommentar, was du gerne lesen würdest oder ob du vielleicht Kritik und Anregungen hast, um diesen Blog interessant zu machen.

Falls du das gerade wirklich gelesen hast: Ich wünsche dir einen schönen Tag,

Anna20170930_124230

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