E5-Alpenüberquerung. Etappe1

IMG_20180716_111431180 Kilometer.

6200 Hm bergauf.

7300 Hm bergab.

In 7 Tagen.

Von Obersdorf nach Meran, die klassische E5-Alpenüberquerung. Wobei wir uns nicht 100 prozentig an die klassische Variante gehalten haben, sondern den ein oder anderen „Spezialweg“ genommen haben. Das fing schon an Tag 1 an. Die Streber gehen von Obersdorf nach Spielmannsau natürlich zu Fuß. Aber diese Etappe ist geprägt von Straße, Straße.. und Straße. Ganz ehrlich, dann lieber Kräfte sparen und hier den Bus nehmen. So haben wir in Spielmannsau in einem 8-Bettzimmer übernachtet und starteten von dort unsere erste Etappe.

Frühstück gab es um 7 und pünktlich um 8 Uhr sind wir los in Richtung Berge und Wälder. Die neuen Bekanntschaften aus dieser Unterkunft sollten wir hier nicht das Letzte Mal gesehen haben, denn auf dieser Strecke trifft man sich mindestens zwei Mal. Aber zurück zu „pünktlich“ gestartet. Ok, das war wohl nur die halbe Wahrheit. Ich habe mein Handtuch liegen gelassen und das ist mir natürlich erst nach 30 Minuten Fußmarsch eingefallen. Ja, ich hätte es liegen lassen können und einfach weiter laufen können, aber zu diesem Zeitpunkt war ich noch frisch und motiviert, so dass ich den Weg zurück gejoggt bin. Allerdings fand einer meiner Mitbewohner das Handtuch anscheinend auch ganz hübsch, so dass es NICHT mehr da lag.

Danach sind wir erst einmal relativ lange durch Wälder und über Wiesen gelaufen, vor uns haben sich bereits die Berge gezeigt und wir haben einen kleinen Vorgeschmack auf das bekommen, was uns die nächsten Tage erwarten sollte.

Bevor wir an der Kemptner-Hütte eine kleine Jause gemacht haben, haben wir noch die frei rumlaufenden Kühe bewundert, denn als Stadtkinder sieht man glückliche Almkühe doch eher seltener.

Ab dort ging es nicht auf der klassischen Route weiter, sondern Richtung Bernhardseck. Auf dem Weg dort hin haben wir schon einige Höhenmeter zurück gelegt und sind direkt in die allgäuer Hochalpen gelangt. Wahnsinn, wie klein man sich als Mensch da oben fühlt. Weit und breit nur Berge. Wäre dort oben ein Gewitter aufgezogen oder hätten wir uns verlaufen, wären wir absolut der Natur ausgesetzt gewesen. Keine Schutzhütte in Sicht, kein Netz und kein Internet um Hilfe zu organisieren.

Nach einigen Flussdurchquerungen, Geröllfeldern, Kuhherden, Salamandern und Murmeltieren haben wir einen der (meiner Meinung nach) schönsten Abschnitte der gesamten Route erreicht: einen Klettersteig. Ohne Klettersteigset und ohne Helm, aber wird schon nichts passieren. Haben ja Alpine Erfahrungen….Nicht 😀

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So sehen gute Wege aus.

In den Hochalpen herrscht im Hochsommer Frühling. Während bei uns in Mitteldeutschland alles vertrocknet, die Gräser gelb sind und die Seen pisswarm werden, durften wir dort die Natur in voller Pracht erleben. Alles blühte und blühte, ein paar Meter weiter schmolz der letzte Schnee weg. Das Wasser aus den Bächen war dementsprechend erfrischend.

Es folgte ein ellenlanger Abstieg zur Hütte. Der Abstieg war nun nicht mehr ganz so spannend wie der Hinweg. Dafür haben wir am Ziegenberg hunderte Schafe und Ziegen beobachtet, alle frei herumlaufend.

Am Bernhardseck wurden wir sehr freundlich vom Hüttenwirt empfangen. Da wir nahezu die einzigen Gäste waren, wurden wir nett umsorgt, haben ein leckeres essen bekommen und waren im 10-Mann Zimmer ganz allein. Zum Glück musste ich die Erfahrung des Massenlagers noch nicht in dieser Nacht machen…

Erschöpft, aber glücklich sind wir noch vor 21 Uhr in die Haia gefallen.hdr

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3 Kommentare zu „E5-Alpenüberquerung. Etappe1

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